Kurze Beschreibung der
Sehenswürdigkeiten von Cusco
ARCHÄOLOGISCHER NATIONALPARK VON MACHU PICCHU

LAGE UND KOORDINATEN
Die Archäologische Stadt Machu Picchu besitzt eine Fläche von 32'592
ha und befindet sich im gleichnamigen Bezirk namens Machu Picchu in der
Provinz Urubamba, Departement von Cusco zwischen den Koordinaten
13º10’19’’ und 13º14’00 SL und 72º36’33 ÖL.
Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2’360
m.ü.M. nordwestlich von Cusco liegt. Erbaut wurde die Stadt einer
Theorie zu Folge um 1450 von Pachacútec Yupanqui, einem Herrscher der
Inka, der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die
Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den
Sonnengott Inti ein. Eingebettet zwischen dicht bewachsenen Bergen war
die Stadt für die spanischen Eroberer im Jahre 1532 unsichtbar und ist
dadurch der Zerstörung entgangen. Die Stadt umfasste 216 steinerne
Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden waren. Etwa 3’000
Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Aussenmauern der zum
Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sinn und Zweck dieser Stadt sind bis
heute umstritten.
Es existieren über sie keine Überlieferungen bzw.
wissenschaftliche Aufzeichnungen, weshalb nur Vermutungen angestellt
werden können. So wurde die Stadt, deren ursprünglicher Name unbekannt
ist, nach einem der nahe gelegenen Berggipfel benannt, zwischen denen
die Ruinenstadt liegt: Teile der Stadt, die für die Landwirtschaft
genutzten Terrassen, liegen am Fusse des „alten Gipfels“, hinter dem
anderen Ende der Stadt ragt der „junge Gipfel“ (Huayna Picchu)
zuckerhutförmig in den Himmel. Im Westen liegen 4’500 Meter entfernt die
Ruinen der Inkastadt Llactapata. Entdeckt wurden über 50 Grabstätten mit
mehr als 100 Skeletten (angeblich mehrheitlich weiblich). Aufgrund
dieser Entdeckung entstand zunächst die Theorie von einer Zuchtstätte
der Inkas.
 In neuerer Zeit wird diese Theorie nicht mehr
unterstützt. Vielmehr wird angenommen, dass Machu Picchu zu Zeiten der
spanischen Eroberung sich noch im Bau befand. Da die Bauarbeiten aber
durch die Eroberung des Inkareiches durch die Spanier nicht fortgesetzt
werden konnten, wurde die Anlage verlassen und ist dann bei den Indios
in Vergessenheit geraten. Heute schätzt man, dass die Stadt in ihrer
Hochblüte bis zu 1.000 Menschen hätte beherbergen und versorgen können.
Die Chronik von Antonio Altamirano, ein spanischer
Conquistador, der 1555 starb, weist auf den spanischen Soldaten Miguel
Rufino aus Burgos hin, der die Inkaprinzessin Accla Gualca aus den
Händen mordender Spanier rettete. Accla Gualca floh zusammen mit Rufino
nach Macchu Picchu, das zu dieser Zeit bewohnt war. Beide mussten vor
der Amauta (städtische Gesetzlichkeit bei den Inka) schwören, dass sie
den Gesetzen Intis (Sonne) folgen würden und keinem Fremden von diesem
heiligen Ort erzählen. Einige Zeit später wurde Rufino waffentechnischer
Berater des Inca Manco, der sein Heer in Ollantaytambo zusammenzog, um
Cusco zurückzuerobern. Dabei fiel Rufino. Von Dr. John Rowe wurde ein
spanisches Dokument von 1568 entdeckt, welches den Inca Yupanki als
früheren Landeigentümer von Picho (Picchu) bezeichnet.
Dasselbe Dokument führt aus, dass hier angebaute
Produkte als Opfergaben verwendet wurden. Zwei Dokumente, die der
deutsche Ingenieur Christian Bues entdeckte, der sich im Urubambatal zu
Vermessungsarbeiten niedergelassen hatte, bezeugen, dass 1614 auf dem
Gebiet des Salkantay (Gebiet von Machu Picchu) ein Grenzkonflikt
zwischen verschiedenen Landbesitzern ausbrach.
Das Gebiet gehörte zu dieser Zeit dem Stamm der
Cañaris, angeführt von Caciquen Don Francisco Poma Gualpa. Die Cañaris
waren Nachfahren eines equadorianischen Volksstammes (siehe Cañar, die
sich bis 1849 in der Gegend halten konnten und dann ausstarben. Es wird
vermutet, dass die Cañaris die Wächter von Machu Picchu waren. 1657
pachtete der Augustinerorden vorübergehend das Land um Machu Picchu,
ohne von den Ruinen selbst Kenntnis zu nehmen. Das einzige gegenwärtig
bekannte Dokument über die legendäre Inkastadt ist eine Urkunde aus dem
Jahre 1782, die von dem Geschichtsprofessor Jose Uriel Garcia entdeckt
wurde.
Auf Blatt 20 des handschriftlichen Protokolls wird
ersichtlich, dass Machu Picchu und das umliegende Land von dem
Kommandanten Marcos Antonio de la Camara y Escuerdo für 450 Pesos
gekauft wurde. Notariell wurde dies vom Notar Ambrosius de Lira
beglaubigt. Aus dem Dokument geht hervor, dass der Name der Stadt Machu
Picchu war. Erst Bingham schuf (bewusst oder unbewusst) das Geheimnis um
den wahren Namen der Stadt.
Der Italiener Antonio Raimondi veröffentlichte 1865
eine Landkarte, auf der Machu Picchu eingetragen und namentlich
gekennzeichnet war. 1875 drang der Franzose Nicolas Wiener bis zu den
Inka-Ruinen in Ollantaytambo vor, wo er von Indigenas Hinweise erhielt,
dass es weitere Ruinen bei „Matcho Picchu“ geben soll. Durch das
unwegsame und nahezu undurchdringliche Urubambatal kämpfte sich Wiener
bis in die Nähe des heutigen Machu Picchus vor, scheiterte aber kurz vor
dem Ziel an einem Erdrutsch.
Seit 1894 war der Name Machu Picchu, zumindest bei
den Campesinos im Urubambatal allseits bekannt. Don Luis Bejar Ugarte
liess sich im gleichen Jahr von Augustin Lizarraga nach Machu Picchu
führen, der 17 Jahre später auch unter Hiram Binghams (siehe unten)
Mannschaft war. Lizzarga und Ugarte entdeckten dabei auch einen
Tunneldurchbruch aus der Inkazeit, welcher den Rio Urubamba unterquerte.
Wiedergefunden wurde dieser Tunnel vom Ingenieur Osvaldo Paez Patiño im
Jahr 1930. Als 1895 ein Maultierpfad entlang des Rio Urubamba gesprengt
wurde, war in Cusco Machu Picchu in aller Munde. Am 14. Juli 1901 kehrte
Lizzarga, zusammen mit seinen Freunden Don Enrique Palma aus San Miguel
und Gavino Sanchez von der Hacienda Collpani, zur Inkastadt zurück.
 Sie ritzten ihre Namen auf die Mauer des königlichen
Palastes ein. Zu dieser Zeit wohnte der Indigena Anacleto Alvarez im
Gebiet von Machu Picchu. Er hatte die Terrassen gepachtet. Einige Wochen
vor Binghams Expedition im Jahre 1911 stiess der US-Amerikaner Alberto
Giesecke, zusammen mit Don Braulio Polo y la Borda, der von Indigenas
von der Stadt wusste, bis zum Fuss des Machu Picchu vor. Sie mussten
allerdings aufgrund eines Unwetters umkehren. Gieseckes Wissen und
Erfahrungen waren dann die Grundlage für Binghams Expedition. Am 24.
Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Universität Yale
unter der Leitung Hiram Binghams durch Zufall wiederentdeckt.
Die Siedlung war von dichter Vegetation überwuchert.
Bingham war auf der Suche nach der geheimnisvollen Inkastadt Vilcabamba,
in die sich die Inkas geflüchtet haben sollen, nachdem Pizarro 1536
Cusco einnahm. Bingham glaubte, Vilcabamba in Machu Picchu gefunden zu
haben. Heute ist bekannt, dass Vilcabamba 35 km weiter entfernt im
Dschungel liegt. In den Jahren 1912 und 1913 begann Bingham damit, die
Stadt freizulegen. 1915 veröffentlichte er ein Buch über seine
Erforschung Machu Picchus. Berühmt wurde Machu Picchu, als die National
Geographic Society ihre gesamte Ausgabe vom April 1913 dieser Stadt
widmete.
Es wird auch behauptet, dass Bingham die Stadt schon
zwei Jahre vorher entdeckt habe und sich Zeit verschaffte, das Gold in
die Vereinigten Staaten zu schaffen. Des Weiteren sagen die
Einheimischen, dass Bauern Machu Picchu schon 1901 entdeckten und
Bingham nur der Nutzniesser und die Entdeckung kein Zufall war.
Die UNESCO erklärte Machu Picchu 1983 zum Welterbe.
Machu Picchu ist eine der grössten Touristenattraktionen in Südamerika.
Da sich die Inkastadt in einem schwerzugänglichen Gebiet befindet und es
keine Strassen dorthin gibt, wurde eine Bahnlinie von Cusco bis nach
Aguas Calientes, einem Dorf am Fusse des Berges von Machu Picchu, gebaut.
Machu Picchu ist am bequemsten von Aguas Calientes aus zu erreichen: Vom
Zentrum in Aguas Calientes fährt ein Bus die gut 8 km lange
Serpentinenstrecke zur Anlage von Machu Picchu hinauf.
Diese Strecke kann man aber auch zu Fuss zurücklegen,
kleine Fusswege mit Stufen führen an den Serpentinen hoch. Wer Machu
Picchu auf authentischem Wege erreichen will, der kann über den Inka-Pfad
(Camino del Inca), eine mehrtägige Wanderung über mehrere hohe Pässe vom
Urubambafluss nach Machu Picchu gelangen, wobei er hierbei durch das für
Machu Picchu errichtete Sonnentor gehen muss, welches in unmittelbarer
Nähe zu den Ruinen der Siedlung liegt.
ARCHÄOLOGISCHE SEHENSWÜRDIGKEITEN (Während der Begehung des Inka-Pfades)
- Wiñayhuayna
- Intipata
- Killapata
- Chaskapata
- Sayaqmarka
- Phuyupatamarka
- Choquesuysuy
- Chachabamba
- Salapunku
- Inkarakay
- Wayna Picchu
- Qantuqpata
- Wayllabamba
- Machuqente
- Waynaqente
- Kanamarka
- Torontoy
- Intiwatana
- Aqomoqo
- Tunasmoqo
Diese Plätze sind relativ Grossflächig angesetzt, jedoch entschieden
kleiner als Machu Picchu und Patallaqta. Vom Wayna Picchu aus, kann man
ein panoramisches Bild von ganz Machu Picchu geniessen.

NORMEN FÜR DEN BESUCH DER STÄTTE VON MACHU PICCHU
Der Eintritt in die Anlage ist gestattet ab 06.00 bis 17.30 Uhr.
Getränke dürfen nur in Feldflaschen mitgenommen werden
Verboten ist das Konsumieren von Lebensmitteln
Gehstöcke sind nur für behinderte und/oder betagte Mitmenschen erlaubt
Nur kleinere Rucksäcke dürfen mitgenommen werden
Es ist strengstens Verboten, die Inka-Mauern zu besteigen
Es herrscht vollstes Feuerverbot in der gesamten Anlage
Wegwerfen der Abfälle
Toilettenanlagen befinden sich ausserhalb des Komplexes (neben dem
Eingang) Flora und Fauna sind strengstens zu
respektieren
Verboten ist es ausserdem zu schreien und/oder zu pfeifen
Nur die markierten Wege sind zu beschreiten
Schreib- und Graffiti-Verbot an den Wänden sind strengstens einzuhalten
Die Eintrittskarten können nur an folgenden Orten bezogen worden:
Cusco: Hauptbüro des Nationalen Kultur-Institus (Instituto Nacional de
Cultura: INC), San Bernardo s/n
Aguas Calientes (Machu Picchu Pueblo-Vorort von Machu Picchu):
Kultureller Zentrumssaal (Centro Cultural), Av. Pachacutec s/.
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